Pflegestufen Allgemein

Die Pflege des Pflegebedürftigen in seiner häuslichen Umgebung hat Vorrang vor einer Heimunterbringung. Aus diesem Grund bezahlt die Pflegeversicherung Leistungen der häuslichen Pflege, wenn der Pflegebedürftige in seinem Haushalt oder einem Haushalt, in den er aufgenommen wurde, versorgt wird.

Pflegebedürftige können entscheiden, ob sie sich für die Pflege-Sachleistungen (Pflegeeinsätze ambulanter Pflegedienste, die von der Pflegekasse im Rahmen bestimmter Höchstgrenzen direkt bezahlt werden) entscheiden oder Geldleistungen (Pflegegeld, das den Pflegebedürftigen von der Pflegekasse ausgezahlt wird) in Anspruch nehmen möchten.

Ein Anspruch auf Pflegegeld besteht nur, wenn der Pflegebedürftige seine Pflege in geeigneter Weise durch eine Pflegeperson seines Vertrauens sicherstellt. Wer ausschießlich Pflegegeld erhält muss mindestens einmal halbjährlich (Pflegestufe I und II) bzw. einmal vierteljährlich (Pflegestufe III) einen Beratungseinsatz durführen lassen.

Pflegebedürftige können auch die sog. Kombinationsleistungen wählen, d.h. Pflege-Sachleistungen und das Pflegegeld jeweils anteilig beanspruchen.

Bei der Ermittlung des Mindestpflegeaufwands muss der pflegerische Aufwand (bei Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) gegenüber dem hauswirtschaftlichen im Vordergrund stehen. Hinsichtlich des Zeitaufwandes wird auf die Leistungserbringung durch nicht als Pflegekraft ausgebildete Personen, also z.B. Angehörige, abgestellt. 

Die Leistungen werden auf Antrag gewährt. Der Antrag ist bei der zuständigen Pflegekasse zu stellen. Diese beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung mit der Erstellung eines Gutachtens, ob Pflegebedürftigkeit und welche Pflegestufe vorliegen. Grundsätzlich erfolgt die Begutachtung in der Wohnung des Pflegebedürftigen.